Gütesiegel "Vorbildliche Gesundheitsförderung am Kurort"

 

Bereits seit 1998 führt der Bayerische Heilbäder-Verband e.V. die "Weiterbildung "Vorbildliche Gesundheitsförderung am Kurort" erfolgreich durch. Sie ist eine Quelle von neuen Ideen und innovativen Konzepten für Gäste und Patienten.

 

Ziele der Weiterbildung
  • Die Weiterbildung dient dazu, den Teilnehmern neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die es ermöglichen, den Gästen noch attraktivere Gesundheitsprogramme und ganzheitliche Therapiepakete anzubieten.
  • Neue Zielgruppen werden mit speziellen Programmen angesprochen und neue Wege der Vernetzung und Zusammenarbeit werden in der Entwicklung und Umsetzung der Programme beschritten.
  • Ziel der Weiterbildung ist außerdem die konkrete Entwicklung und Umsetzung einer auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmten, ressourcenorientierten Konzeption in den Bereichen Prävention, Gesundheit, Wohlbefinden, Freizeitgestaltung, Urlaub und Kur.
  • Das Umdenken und Befähigen zu neuen Gesundheitskonzepten der Zukunft mit der Stärkung der Eigenverantwortlichkeit des Menschen und der ressourcen- und kompetenzorientierten Befähigung zur Neugestaltung des eigenen Lebens steht im Vordergrund.
  • Das Wissen, die Beachtung und der Einsatz bestimmter Methoden der Gesundheitspsychologie, der Grundlagen der Kommunikation und der Vermittlung von Gesundheit sowie die gezielte stimmige PR- und Marketingdarstellung sind wesentliche Kriterien für die Konzeption und Organisation.
  • Im Verlauf der Weiterbildung entwickelt jeder Teilnehmer seine eigene Gesundheitskonzeption. Bei erfolgreich abgeschlossener Weiterbildung wird dem Teilnehmer das Gütesiegel "Vorbildliche Gesundheitsförderung am Kurort" und ein Qualifikationsnachweis als "Fachkraft für Gesundheitsinnovationen am Kurort" überreicht.
  • Das Gütesiegel ist Voraussetzung für die Abrechnung von gesundheitsfördernden Maßnahmen während einer ambulanten Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme.

 

Adressaten
  • Die Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiter von Kur- und Tourismusinstitutionen, Kurverwaltungen, Kureinrichtungen, Arztpraxen, Kliniken, Hotels, Sanatorien, Krankengymnasten und Gesundheitstherapeuten.
  • Alle Leistungserbringer im Bereich Kur und Tourismus, Gesundheit und Prävention sind eingeladen, neue innovative Konzepte für die Gesundheitsförderung zu entwickeln.
  • Die Weiterbildung ist geeignet als Zusatzausbildung für therapeutische und pädagogische Berufe, aber auch für Vordenker und reformierende Kräfte in spezifischen gesundheitsfördernden Bereichen, wie beispielsweise Kurdirektoren und Tourismusmanager. Sie erleichtert allen an entsprechenden Projekten Beteiligten die Planung, Neuorientierung und Neukonzeptionierung.
 
Beginn, Ablauf und Dauer der Weiterbildung

Die Weiterbildung dauert sieben Monate und wird berufsbegleitend durchgeführt. Sie gliedert sich auf in drei Direktunterrichtseinheiten in Bad Füssing, Fernunterricht mit Hausarbeiten und praktische Konzeptionsumsetzung sowie Supervision.

 

Teilnahmebedingungen

Für den Erwerb und den Erhalt des Gütesiegels "Vorbildliche Gesundheitsförderung am Kurort" sind folgende Bedingungen zu erfüllen:

  1. Teilnahme an sämtlichen Unterrichtseinheiten
  2. Ausarbeitung der Hausarbeiten und Arbeitsbögen
  3. Erarbeitung einer neuen Gesundheitskonzeption für die eigene Institution
  4. Umsetzung der geplanten Maßnahmen in den Monaten zwischen dem zweiten und dritten Teil der Weiterbildung
  5. Dokumentation der geplanten und umgesetzten Maßnahmen
  6. Präsentation der Konzeption, der einzelnen Schritte der Umsetzung und des Ergebnisses
  7. Teilnahme an den Fortbildungen, die im Intervall von drei Jahren stattfinden, zur fortlaufenden Weiterentwicklung der Konzeption und Präsentation der Ergebnisse, der Veränderungen und der Probleme

 

Inhalt der Weiterbildung

Teil 1: Neue, ressourcenorientierte Angebote für Gesundheit, Wohlbefinden im Urlaub und in der Kur - Theorie und Konzeption

  • Definition von Gesundheit - Gesundheitsbegriff im Wandel
  • Prävention - Gedanken, Ideen und institutionelle Versuche der Umsetzung
  • Ziele der ressourcenorientierten Gesundheits-Konzepte in der eigenen Institution oder im Kurort
  • Psychologie des Gesundheitsverhaltens - Lerntheorien, Grundbedürfnisse des Menschen, Bedeutung des Gesprächs und dynamischer Umgang mit Gruppen
  • Wohlbefinden, Prävention, Gesundheit, Gesundheitserziehung - ein pädagogischer Auftrag
  • Medienkunde - Methoden der eigenverantwortlichen Gesundheitskonzepte
  • Inhalte von Konzeptionen für Wohlbefinden, Gesundheit und ganzheitliche Kur
  • Befähigung zu selbständiger Vermittlungskompetenz (theoretische Vermittlung und praktische Erfahrung mit Kursinhalten)
  • Der neue Gesundheitsbegriff - eine Basis für neue Gesundheits-, Urlaubs- und Kurkonzepte

Teil 2: Voraussetzungen und Planung einer neuen Konzeption für Angebote im Bereich Prävention, Gesundheit, Wohlbefinden im Urlaub und in der Kur

  • Grundmodelle der menschlichen Kommunikation: Gesprächsregeln, Kennzeichen und Voraussetzung für die Gruppenarbeit, Gruppendynamik, kooperative Problemlösungen, Interventionstechniken
  • Kommunikation mit Gästen, Ärzten, Therapeuten, Krankenkassen, Selbsthilfegruppen und allen an der Gesundheitsförderung Beteiligten
  • Grundsätze der Planung und Umsetzung von neuen Konzeptionen im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden
  • Standortanalyse, Ausgangsbedingungen, Inhalte, Zeitplanung, Raumplanung, Personalplanung, Finanzplanung, Marketingstrategie, Abrechnungsvoraussetzungen und - abwicklung
  • Organisation, Administration, Pressearbeit sowie Information und Beratung
  • Ausarbeitung und Erstellung der geplanten Gesundheitskonzeption für die eigene Institution oder den Kurort unter Berücksichtigung von Evaluierungsmaßnahmen
  • Klärung der bei der Planung aufgetauchten Probleme und Schwierigkeiten
  • Bedarfsweise Korrektur und Ergänzung der geplanten Maßnahme

Teil 3: Erfahrungen, Ergebnisse und Auswertung der geplanten und durchgeführten Konzeption

  • Kommunikationstraining (Themenschwerpunkte nach den Bedürfnissen der Teilnehmer und den vorangegangenen Teilen)
  • Dokumentation und Präsentation der durchgeführten Konzeptionsmaßnahme
  • Auswertung der Erfahrungen nach dem ersten Vierteljahr
  • Reaktionen der Beteiligten (Ärzte, Therapeuten, Referenten, Mitarbeiter, Vermieter)
  • Probleme bei der Umsetzung und Organisation
  • Problembearbeitung und Problemlösung, Ergänzungen und Veränderungen
  • Spezielle Fortbildungsinhalte - Wünsche und Themen der Teilnehmer
  • Verleihung des Gütesiegels "Vorbildliche Gesundheitsförderung am Kurort"